THE ARTPRENEUR

Entrepreneurship ist Kunst.

 

Das "Labor für Denken und Tun" ist ein Workshop, welcher sich zum Ziel gesetzt hat

mit Künstlern gemeinsam gezielt eine finanzielle, berufliche und kreative Perspektive zu entwickeln.

 

Ein Unternehmen ist im Grunde eine soziale ökonomische Skulptur

Dieses zu kreieren ist ebenso eine Kunst. Dessen Systematik, Werkzeuge und Inhalte sollen vermitteln werden.

 

Es geht darum, Künstler erfolgreich als Artpreneur - als unternehmerischer Künstler -

dabei zu unterstützen, ein eigenes Projekt zu starten und erfolgreich in die Realität umzusetzen.

 

Ort: tba

Datum/Uhrzeit: tba

Teilnehmerzahl: tba

Was dahinter steckt?

 

Die Forderung wird aufgestellt:

"Artpreneur" gezielt als eigene Gattung und somit als eigenen Zweig an den Kunstakademien/Kunstwissenschaft/Kuratoren aufzustellen. Mit dem Ziel das Künstler sich entscheiden können, ähnlich wie Malerei, Bildhauerei, Performance, Aktionskunst etc.,

sich auch mit der Konstruktion von ökonomischen Skulpturen zu beschäftigen.

 

Folgend werden die Begriffe "ökonomische Kunst" und "soziale Skulptur" erläutert:

Wären Künstler im Bereich der Wirtschaft tätig so würden deren Ergebnisse - welche Sie ähnlich wie ein Erfinder entwerfen - für den Verkauf angeboten und diese "Produkte" verkaufen. Es gibt praktisch keinen Unterschied zwischen der Kunst und der Wirtschaft. Der Unterschied ist eine künstlich geschaffene semantische Abgrenzung durch Wörter und Begriffe, da Künstler wie Entrepreneure am Ende absolut das Gleiche tun: Sie vereint der eine schöpferische Impuls - das Kreieren und das Streben nach Erfolg.

 

In den 60er-70er Jahren wollte Beuy's mit seiner sozialen Plastik den akademischen Kontext von Kunst und deren zwanghafte klassiche von außen aufgelegte Gliederung in einzelne Gattungen und Zweige aufbrechen. Denn wie wir alle Wissen ist Kunst organisch und kann - wenn wir ehrlich sind - nicht kategorisiert werden. Auch wenn uns viele Autoritäten, Bücher und universitäre Rahmenpläne etwas anderes erzählen wollen.

 

Die soziale Skulptur die Beuys entwirft, entpuppt sich wahrhaftig als ein sich organisch formendes "Ding". Vielleicht war die Zeit noch nicht reif genug, um dieses Ding als eine eigene neue Form und Gattung von Kunst mental in den Griff zu bekommen. Ähnlich wie "Dadaismus" (eine Kunstgattung die keine sein wollte) die Wissenschaftler vor Herausforderungen stellte. Performance und Aktonskunst greifen aus heutiger Perspektive viel zu kurz, um diesen neueren künstlerischen Phänomene zu erklären. Eine komplett eigene neue künstlerische Spielwiese ist mitunter durch die Digitalisierung und Globalisierung entstanden, welches besetzt werden kann: Das Kreieren von sozialen ökonomischen Skulpturen.

 

Unternehmen, Produkte, Services, Events sind im Grunde heute als eben jene komplexen Skulpturen zu begreifen. Nicht zuletzt ist der Einfluss dieser ökonomischen Skulpturen auf unser tägliches berufliches und soziales Leben, so immens geworden, dass wir anerkennen müssen, dass wir darüber sprechen müssen.

 

Unternehmen und deren Produkte & Services sind zu einer Art künstliche Intelligenz (Artifical Intelligence) transformiert. Intelligente Körper, welche es gilt zu analysieren, zu begreifen und zu bewerten. In der Konsequenz haben staatliche und universitäre Apparate die Pflicht, diese neuen mächtigen Erscheinungsformen als soziale ökonomische Kunstwerke - anzuerkennen.

In Konsequenz als Alternative zu Malerei, Bildhauerei, Fotografie, Video, Performance etc.

 

Die Welt braucht diese Kreativität.

 

 

Der gesellschaftliche und politische Bezug.

 

Die Folgen und Auswirkungen des kapitalistischen Denkens: Eine friedliche Zerschlagung des Kapitalismus durch eine sanfte Revolution ist durchaus möglich z.B. durch Alternativen wie die Gemeinwohlökonomie. Jedoch MÜSSEN die Rahmenbedingungen (politisch und institutionell stimmen). Sonst arbeiten sich - was jahrelang an Sozialunternehmern zu beobachten ist - sog. Social Entrepreneurs, Aktivisten usw. bis auf die Knochen ab mit der Gefahr zu zermürben. Es ist schlicht und einfach eine "unfaire" Ausgangslage: Nicht-faire und nicht-ethische Produkte sind günstiger!
Eine institutionelle Implementierung (z.B. ethische Steuer auf unfaire Produkte) ist (leider) die Voraussetzung für den Wandel weg vom Kapitalismus und dem aktuell dominierenden angesprochenen kapitalistischem Denken. Dieses Denken bzw. die Grundlage der Bedürfnisse des Kapitalismus: Verlangen & Angst was zu Konkurrenz & Neid führt.
(Kiyosaki beschreibt diese These sehr gut in seinem Buch "Cash Flow Quadrant")

 

Ich glaube, dass man hier in Folge auf die Idee eines Grundeinkommens erwähnen kann, welches die Lösung für eine von Zwängen befreite Gesellschaft sein könnte. Zum anderen gilt es gleichzeitig klar das Problem der strukturellen Gewalt/strukturellen Rassismus zu benennen. Diese Phänomene sind ebenso massiv auch in unserer sog. 1. Welt vorhanden und prägen stark - nicht immer offensichtlich - die Gesellschaft und Zusammenleben.
Die wünschenswerte Veränderung dieser zwei Phänomene - kapitalisitsches Denken und strukturelle Gewalt - ist auch hier natürlich mitunter eine institutionelle und politische Aufgabe. Sprich die Veränderung der Rahmenbedingungen und Organisation unseres Zusammenlebens (z.B. durch ein Grundeinkommen) muss durch den Druck unsererseits (der Bevölkerung/des Souveräns) auf die Politik geschehen. Ansonsten besteht das Risiko, dass sich akademisch oder finanziell privilegierte Menschen, individuelle oder in sich selbst logische und stimmige Rückzugsräume, Blasen oder Traumwelten aufbauen. Vorwiegend diejenigen, welche sich glücklich schätzen können, nicht dem täglichen finanziellen Druck des Überlebens (struktureller Gewalt) und nicht aufgrund von Aussehen, Herkunft, Sprache des trukturellen Rassismus ausgesetzt zu sein. 
Ohne gleichere Startbedingungen - welche beispielsweise ein Grundeinkommen schaffen könnte - sowie ohne Druck auf Politik als auch Institutionen, bleiben wir in der Debatte stehen. Man hat es in gewisser Weise mit "Color Blindness" zu tun. Dem Phänomen ungleiche Startbedingungen durch eine Einstellung "Jeder ist seines Glückes Schmied" gegenüber zu treten. Da, so banal es klingt, leider nicht alle - wie es u.a. auch bei mir der Fall war - mit den gleichen Rahmenbedingungen starten.
Blicken wir auf eine insgesamt 5000 jahrelange Geschichte der Entstehung von Macht des Menschen über Mensch und Mensch über Natur, so kann man Bezug nehmen auf das Buch "Das Ende der Megamaschine". Dies erzählt u.a. von der Traumatisierung ganzer Kontinente (Kolonialisierung), die bis heute nicht überwunden ist. Kurz gesagt, die Ursachen bzw. Antworten auf die Frage "warum die Menschen aus Katastrophen und Erfahrung so wenig lernen und immer wieder mit den alten Modellen die Zukunft gestalten wollen" hat eine sehr lange Entstehungsgeschichte.
Ich muss ehrlich sagen, dass die Idee des Entrepreneurships im faltinschen Sinne - "Jeder ist Unternehmer" - nicht mehr überzeugt. Da es schlicht und einfach an den gleichen Startbedingungen fehlt. Ich glaube, dass ganz viele Menschen mit dem Satz "Heute hat jeder das Potenzial ein Unternehmen zu Gründen" inspiriert und sich das Anliegen gut verkauft. Jedoch sind (leider) zahlreiche Gründer am Ende nicht gut orientiert, nicht gut begleitet und projizieren Fehlschläge auf sich selbst oder auf die Idee anstatt auf die ungleichen Startbedingungen.
Zu Beuys:
Beuys ist natürlich nur der Impuls, der Vordenker. Seit 1967 bis heute haben sich die Rahmenbedingungen derartig massiv verändert und nachweislich prekär zugespitzt: Die Beziehung zwischen Politik und der Wirtschaft hat sich umgedreht, die Bedeutung des Geldes hat zugenommen, Digitalisierung & Globalisierung sind natürlich Kernthemen unserer Zeit. Somit plädiere ich vielmehr für ein Update seiner "Idee der sozialen Plastik" welches nötig ist. Jedoch so, dass der Kern seiner Forderungen und Aussage erhalten bleibt. 
 
Zur Kunst:
Ich glaube, dass sich die Kunst verloren hat und zu einem peripheren Faktor geworden ist. Kunst findet mittlerweile in Museen, Akademien oder in einer völlig überreizten öffentlichen Form als schickes Event (https://www.politicalbeauty.de/) statt
 
Zur Forderung "Ökonomische Kunst - soziale Skulptur":
Deshalb - wie bei allem vorab Beschriebenen - ist die Veränderung der Situation womöglich durch zwei gleichzeitig stattfindende Prozesse anzutreiben: 
 
1. Von Außen: Die institutionelle Anerkennung (von Kunstakademien) und Integration von Entrepreneurship als Kunstform. So können an Kunstakademien gezielt Künstler an ihrer individuellen Potentialentfaltung durch Entrepreneurship mit Kreativität arbeiten. Dies erscheint notwendig, um Künstler auf den Weg und zur Teilnahme an gesellschaftlicher/ökonomischer Aktivität zurückzuholen. Zahlreiche Künstler enden völlig unnötig in finanzieller Notlage (struktureller Gewalt) und interpretieren dies vermehrt schon als fast natürlichen Teil des Künstlerdaseins. Dies hat ähnliche Züge mit der Attitüde des Rückzugs von Minderheiten in eigene physische und psychische Räume - Umdrehung des diskriminierenden Nachteils zu "I am proud to be an aritst, I am proud to be broke". Ich bin mir sicher, dass ein schlichter Workshop an Kunstakademien durchaus den einen oder anderen Künstler erreicht und ihn inspirieren könnte. Ich sehe keinen Nachteil dabei, wenn der Dozent dafür auch eine angemessene Vergütung erhält. Voraussetzung ist natürlich die institutionelle Verankerung im Rahmenplan. Sind wir einmal ehrlich, so viele Kunstprofessoren kassieren jedes Jahr soviel Geld für eine Tätigkeit, deren Effekt gegen Null geht. Und das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen.
 
2. Von Innen: Die Suche nach dem eigenen Weg (Was will ich in meinem Leben?). Andere Menschen sind Wegbegleiter und Inspiration ob wir wollen oder nicht: Wir brauchen Vorbilder. Ich denke es geht, um ein gesundes Maß an Inspiration und Orientierung. Hier ist es wichtig, für sich selbst ein vernünftiges Maß an Autonomie und gleichermaßen Offenheit für andere Modelle zu verbinden.